Position zur Klimapolitik

Die bayerischen IHKs beziehen Stellung zur aktuellen Klimapolitik. Dazu wollen wir von ‎Ihnen wissen, von welchen klimapolitischen Themen Sie besonders betroffen sind. ‎

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Inhalt

Bewerten Sie ‎die genannten Themengebiete

Sie als Community haben uns genannt, welche klimapolitischen Themen Sie besonders bewegen. Um besser zu verstehen, welche davon Ihnen besonders am Herzen liegen, bitten wir Sie die Themen zu rangordnen.

Welche der bereits aufgeführten klimapolitischen Themen halten Sie für besonders wichtig?

Dank Ihrer Beiträge in der 1. Phase können wir sechs Themenvorschläge zur Wahl stellen. Bewerten Sie die angegebenen Themen durch die Vergabe von bis zu 3 Stimmen. Die dadurch entstehende Rangordnung lässt uns erkennen mit welchen Themenschwerpunkten wir uns in der Diskussion um die gemeinsame Klimaposition verstärkt auseinandersetzten müssen.

Wir werden die diskutierten Themen dann sichten und an dieser Stelle eine komprimierte Rangliste veröffentlichen. Die Ergebnisse fließen dann in den Erarbeitungsprozess der BIHK-Klimaposition ein.

Wir sind schon sehr gespannt auf das Ergebnis!

    CO2-Bepreisung

    Die aktuelle Nicht-Wirksamkeit des ETS ist ein wesentliches Investitionshindernis für Investitionen in erneuerbare Energien. Mit Einführung der Marktstabilitätsreserve (MSR) wurde bereits ein erster Schritt zur Stärkung des europäischen Emissionshandels unternommen. Damit Deutschland weiterhin auf europäischer Ebene wettbewerbsfähig bleibt, ist für die Erreichung der Dekarbonisie-rungsziele ein europäischer Weg notwendig. Daher muss der europäische Emissionshandel über die Vorgaben der MSR hinaus verschärft werden, um eine Steuerungswirkung über den CO2-Preis zu erreichen. Dies kann über einen europaweiten CO2-Mindestpreis oder über eine europaweit einheitliche CO2-Steuer erreicht werden. Dies würde den Anreiz intensivieren, die konventionelle Stromerzeugung effizienter und umweltschonender zu gestalten und gleichzeitig die Attraktivität der erneuerbaren Energien erhöhen. Eine nationale CO2-Steuer in den Sektoren, die dem Emissionshandelssystem (ETS) unterliegen, würde die deutsche Stromerzeugung im Vergleich zum europäischen Wettbewerb hingegen weiter verteuern und damit zu geringeren Stromexporten und zu mehr Stromimporten führen. Eine CO2-Besteuerung für alle Sektoren, die nicht dem ETS unterliegen, ist hingegen sinnvoll.
    vor 8 Monaten auf 18.06.2018

    Fahrplan für einen Kohleausstieg

    Das 2-Grad-Ziel erlaubt insgesamt nur noch einen Ausstoß von 800 Gigatonnen CO2 bis 2050. Die nationalen Klimaschutzziele 2020 als Meilenstein für die Erreichung des 2-Grad-Zieles werden deutlich verfehlt werden. Damit die nationalen Klimaschutzziele 2030 von 55% CO2-Reduktion, bzw. 62 % sektorspezifisch für den Energiebereich unter das Niveau von 1990 erreicht werden können, sind folglich umso größere Anstrengungen notwendig. Dies kann nur erreicht werden, wenn es zeitnah einen verbindlichen Fahrplan für einen Kohleausstieg bis 2030 gibt, der die Errichtung neuer Kohlekraftwerke verbietet und einen konkreten Ausstiegspfad für die bestehenden Kohlekraftwerke vorgibt. Auch bei einem koortdinierten Ausstieg ist die für den Industriestandort Deutschland wichtige Versorgungssicherheit gewährleistet. Der Strompreiseffekt ist auch bei einem raschen Kohleausstieg relativ gering, weil er ganz Mitteleuropa betrifft und damit sich auf die Endkunden weit über Deutschland hinaus verteilt. Der Gegeneffekt einer sinkenden EEG-Umlage ist dagegen auf Deutschland begrenzt und damit sehr wirksam. Ein konkreter Ausstiegsfahrplan schafft endlich die notwendige Planungssicherheit für Unternehmen und reizt damit verstärkt Investitionen in erneuerbare Technologien an. Die Reihenfolge der Stilllegungen sollte sich an den CO₂-Vermeidungskosten orientieren. Zur Stärkung des europäischen Emissionshandels ist eine gleichzeitige Stilllegung der durch den Ausstieg aus der Kohleverstromung freiwerdenden CO2-Zertifikate notwendig.
    vor 8 Monaten auf 18.06.2018

    Netzkosten entsprechend der Nutzung verteilen

    Die Netzentgeltsystematik muss zukünftig Anreize schaffen, die technikneutral und unabhängig von der Netznutzungsart (Verbrauch, Einspeisung, Ladevorgänge oder Speichereinsatz) ein netzdienliches Verhalten zur Vermeidung von Netzengpässen in allen Netzen ermöglichen. Dabei sind die Netzkosten entsprechend der positiven oder negativen Wirkung durch die Netznutzung auf das Netz gerecht zu verteilen, um auch in Zukunft eine sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Stromversorgung für alle Netznutzer sicherstellen zu können. Falsche Anreize, z.B. Ausbau der Netze bis zur letzten kWh für seltene und kurze Extremereignisse, würden einen unnötigen Netzausbau generieren. Deutliche Anzeichen hierfür sind z.B. durch Bundesmittel geförderte Anschlussbegehren für Gleichstrom-Schnellladeeinrichtungen. Ohne ein netzdienliches Verhalten von Flexibilitäten, insbesondere von Ladeeinrichtungen, führt dies zu einem völlig unnötigen und überdimensionierten Stromverteilungsnetz. Mit der Folge, dass letztendlich die Kosten für die Netzentgelte für alle Verbraucher massiv erhöht werden müssten. Um ein netzdienliches Verhalten der Flexibilitäten (Steuerung von Verbrauch, Einspeisung und Speicherung) zukünftig anzuregen, ist wesentlich mehr intelligente Technik, insbesondere in den Verteilnetzen zwingend erforderlich, um den weiteren unnötigen Netzausbau in den Verteilnetzen zu vermeiden.
    vor 7 Monaten auf 19.06.2018

    Kostenverteilung der Energie- und Wärmewende

    Der Transformationsprozess des Energiesystems zu einer Energieerzeugung mit 80 % erneuerbaren Energien bis 2050 ist ein wichtiger und richtiger Schritt. Das derzeitige System der Steuern, Entgelte, Abgaben und Umlagen auf Energie verhindert jedoch eine kosteneffiziente Energiewende. Strom wird derzeit durch Steuern, Abgaben, Umlagen und Entgelte um ein Vielfaches höher belastet als Benzin, Diesel, Erdgas oder Heizöl. Die perspektivisch steigenden Kosten der EEG-Umlage tragen auch nicht zu einer höheren Akzeptanz zur Energiewende in der Bevölkerung bei. Daher ist es notwendig, dass die Kosten der Energie- und Wärmewende künftig sektorübergreifend volkswirtschaftlich richtig zugeordnet werden und sich an den CO2-Vermeidungskosten orien-tieren. Zur Senkung der Kosten sollte die Stromsteuer auf das europarechtlich notwendige Min-destmaß reduziert werden. Gleichzeitig sollte der CO2-Gehalt eines Energieträgers das Maß für die Festlegung von Steuern, Abgaben und Umlagen sein: Alle Energieträger sollten sektorübergreifend entsprechend ihren CO2- Emissionen mit einer Umlage auf Basis des jeweiligen Energieverbrauchs belegt werden.
    vor 8 Monaten auf 18.06.2018

    Kapazitätsverlagerungen ins Ausland

    Unser Unternehmen hat schon jetzt einen globalen Footprint und wir werden in den nächsten Jahren sowohl in Deutschland als auch in Asien wachsen. Die Gründe für die Kapazitätserhöhungen in Asien sind unabhängig vom Klimaschutz. Allerdings ist uns bewusst, dass die dort verwendete Energie potentiell mehr Emissionen verursacht. Für uns wäre wichtig, dass Anstrengungen, die wir global unternehmen (gesteuert von unseren Schwerpunkten) auch in Deutschland entsprechend anerkannt werden. Einen reinen Fokus auf Deutschland finden wir bei dieser Thematik nicht zielführend.
    vor 7 Monaten auf 19.06.2018

    Digitalisierung zur Umsetzung der Energiewende

    Ein weiterer wichtiger Baustein zur Umsetzung der Energiewende ist die Digitalisierung. Damit die Digitalisierung gelingt, sind Änderungen im politischen und regulatorischen Umfeld notwendig. Um innovative Geschäftsmodelle entwickeln zu können, ist Skalierbarkeit ein wesentlicher Faktor. Digitale Lösungen dürfen für kommunale Unternehmen daher nicht an der Landkreisgrenze enden, sondern sollten auch darüber hinaus möglich sein. Basis der Digitalisierung der Energiewende ist der Smart Meter Rollout., der eine Einbauverpflichtung für moderne Messeinrichtungen und Messsysteme vorsieht. Auf dieser Basis sind viele Geschäftsmodelle möglich, die sowohl einen Nutzen für die Kunden haben, als auch klimawirksam sind. Für einen erfolgreichen operativen Rollout sind qualifizierte Fachkräfte notwendig. Eine fachliche Eignung ist Grundvoraussetzung für diese teils gefährliche Arbeit (Arbeiten unter Spannung), die auch in den VDE Richtlinien und den Berufsgenossenschaftlichen Vorgaben genau geregelt ist. Vor allem in Bayern ist aber der Elektrofachkräftebedarf wesentlich höher als das Angebot. Erschwert wird dies noch zusätzlich durch die vorgeschriebenen Vergabeverfahren, bei denen sich die Firmen aufgrund des hohen Aufwandes zum Teil erst gar nicht beteiligen. Ohne die notwendigen Fachkräfte wirde es aber auch keinen Smart Meter Rollout geben können.
    vor 8 Monaten auf 18.06.2018
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